|
|
Dreiteilige Kulturdokumentation über Zentralasien
Samarkand, im Herzen Zentralasiens, weckt Bilder: von
blauglänzenden Kuppeln und hoch ragenden Minaretten, von grausamen Khanen
und sterndeutenden Prinzen, von Avicenna, Timur dem Lahmen, Algebra
und 1001 Nacht. Samarkand steht für Geschichte und Geschichten, für
islamische Baukunst, für legendäre Reichtümer, die hinter Wüsten, scheinbar
unendlichen Steppen, und den eisigen Pässen des Pamir verborgen liegen..
Samarkand zählt zu jenen fernen verklärten Orten, die zum Mythos wurden.
Man denkt an Karawanen und Reiterhorden, an überbordende Basare, das
Flair der Seidenstrasse.
|
|
|
Film 1 nähert sich Samarkand von Westen durch die
Wüste Turkmenistans. Auf der "Spur des Propheten" thematisiert er die
Islamisierung Zentralasiens.
|
|
|
Film 2 kommt von Osten, aus Tadschikistan und Kirgisstan.
Er bewegt sich der "Spur der Seide" entlang und zeigt, wie der Handel
der Seidenstrasse die Region prägte.
|
|
|
Film 3 beginnt im sibirischen Norden an der russischen
Grenze und führt auf der "Spur der Reiter" durch die Steppe Kasachstans
bis Samarkand. Er thematisiert die tiefe Zäsur, die die mongolischen
Reiterhorden und später die russisch-sowjetische Zeit in die islamische
Kultur Mittelasiens schnitten. Er zeigt, wie der Islam überlebt hat,
wie und warum er heute wieder auflebt.
Alle Folgen enden im Herzen der Region, wo sich einst die Routen der
Seidenstrasse kreuzten, wo Weltenherrscher Timur seine islamische Prachtstadt
bauen ließ, wo sich Völker und Kulturen der Region wie unterm Brennglas
finden - in Samarkand.
|
Siebzig Jahre gehörte Zentralasien zur Sowjetunion. Mit deren Kollaps
wurden die Sowjetrepubliken Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan
und Kasachstan als neue Staaten unabhängig. So entstand 1991 zwischen
China, Afghanistan und dem Kaspischen Meer eine "neue" Region, die indes
uralt ist. Hier verlief einst die Seidenstrasse. Als Schmelztiegel vieler
Völker, als riesige Landbrücke zwischen Ost und West verband Zentralasien
seit altersher Orient und Okzident. Heute geht die Region durch eine
Zeit des Umbruchs und sucht zwischen sowjetischem Erbe, Go-West und
einer Rückbesinnung auf den Islam eine neue Identität.
|
Drei 60-Minuten-Filme nähern sich jeweils vom äußersten Rand Zentralasiens
dem legendären Samarkand. Aus großer karger Landschaft - Sandwüste,
Steppe, Hochgebirge - nähern sich die Filme dem zentralasiatischen Kernland
mit ihren historischen Oasenstädten wie Khiva, Merv oder Buchara.
Immer wieder verweilen sie, tauchen ein in die reiche Geschichte. Sie
erzählen von Weltenherrscher Timur, arabischen Heeren, den Zeiten der
Seidenstrasse. Und sie erzählen Geschichten: über Seidenraupen-Zucht,
den China-Handel, die Not in Tadschikistan, die Oper in Taschkent, über
islamische Baukunst, Reiterkämpfe, die Eisenbahn, den Alltag einer islamischen
Nachbarschaft, einer mahalla. Vor allem treffen die Filme auf Menschen,
ganz gewöhnliche Menschen: sie hüten Vieh in der Steppe, studieren den
Islam an einer alten Medrese, sind Lokomotivführer, Modeschöpfer, reisende
Islamforscher, oder Baumeister in Samarkand. Vor allem über solche Portraits
versucht die Sendereihe, ein Bild über die Kultur und den Kulturwandel
dieser unbekannten Region zu zeichnen.
|