1- Unterm Roten Stern – Alltag in Nordkorea
2- Mission Nordkorea – Einblicke ins „Paradies der Massen“
3- Koguryo Gräber - Kampfbereit bis in alle Ewigkeit (für Schätze der Welt)

 

Das letzte kommunistische Land der Welt ist eine verschlossene Welt - abgeschottet, politisch isoliert und dramatisch verarmt. In Pjöngjang glaubt man sich in den Kalten Krieg zurückversetzt. Exerzierende Milizen, Plattenbauten, sozialistische Paläste. Parolen preisen Partei, Führer und Ideologie. Das Stadtbild prägen Aufmarschplätze, martialische Großplastiken und Statuen von Kim Il Sung. Sie werden Tag und Nacht beschallt von heroischen Militärchören.

Länder-Menschen-Abenteuer:
Unterm Roten Stern - Alltag in Nordkorea

Die junge Frau Ko und ihre Familie lebt in Taek Am, in einer der 3200 ländlichen Agrar-Kollektive Nordkoreas. In Hamhung, der desolaten Chemie-Stadt an der Ostküste, berichtet Herr Ri, ein pensionierten Chemieingenieur von Hunger und Niedergang; in gutem Deutsch, er wurde in der DDR ausgebildet. Weniger trist erscheint die Kleinstadt Kaesong im Süden, wo der Ginseng ursprünglich herkommt, wie Ginseng-Meister Ho, 62, erzählt.

 

Vor allem durch kleine Portraits einfacher Bürger versucht der Film, Einblicke in das alltägliche Leben der Nordkoreaner zu gewinnen. In der Hauptstadt Pjöngjang, dem „Paradies der werktätigen Massen“ passt Rentnerin Kang auf, dass in ihrem Wohnblock die Beschlüsse der Partei auch von allen recht verstanden werden. Und Herr Jon, ein Dirigent, probt mit seinem Chor das Stück „Wir werden Dir für immer folgen“.

 

Doch ein klein wenig verändert sich sogar Nordkorea. Englisch-Lehrerin Cha hat viel Arbeit, seit an weiterführenden Schulen Englisch gelehrt wird. Und Direktor Ri muss sein Schuhkombinat nun kommerziell führen und Profit machen. Zum Schluss erleben wir einen der wichtigsten Feiertage Nordkoreas, den Geburtstag Kim Il Sungs, mit Führerblumen-Ausstellung und Massentanz.

 

Autor: Bernd Girrbach
Kamera: Elke Werry, Schnitt: Mathews Anthony
Redaktion: Manfred Pütz (WDR) und Wolf Lengwenus (NDR)
Eine Ko-Produktion von WDR und NDR mit Along Mekong Productions,
Digibeta 16:9 © 2006
43’30 Min. Deutsch, 52.00 Min. Englisch

 

360 Grad – die GEO-Reportage
Mission Nordkorea

Einblicke ins letzte „Paradies der Massen“ während einer ungewöhnlichen Hilfsaktion

 

Die BSE-Krise machte diesen Film möglich. Damals wollte niemand in Europa Rindfleisch essen, auch nicht gutes, geprüftes Fleisch. Immense Mengen wurden deshalb eingefroren, gelagert und sollten schließlich vernichtet werden. Deutschland schenkte dieses Rindfleisch dem hungernden Nordkorea als Winterhilfe. Das Fleisch von 130.000 Rindern wurde an sechs Million bedürftige Bürger verteilt. Dies wurde überwacht von acht deutschen Inspektoren, die sich - eine Bedingung für die Hilfe - frei im Land bewegen konnten. Überraschend: unsere Kamera durfte mit! Und als erstem Fernsehteam erlaubte man uns, was sonst strikt unterbunden wird: nämlich „Privatkontakte“, d.h. gewöhnlichen Bürger Nordkoreas im Alltag zu begegnen.

Mit Christoph Bürk, dem Teamleiter, besuchen wir Häfen und Lagerhäuser, filmen in Waisenhäusern, Schulküchen, Kinderkrippen. Wir treffen Frau U, eine Rentnerin, in ihrer Wohnung in der Hauptstadt Pjöngjang und Major Kim Kun Son, 24, eine Polizistin, die bald heiraten will. Sie zählt zu den 200 unverheirateten Schönen der Verkehrsbrigade, die auf den Kreuzungen Pjöngjangs mit einem militärisch schneidigen Ballett den Verkehr regeln. Wir gehen mit ihr zum Stadtbummel und nach Hause, sprechen über Mode, Mädchen, Männer.

 

Wir sehen verarmte Provinzstädte und fahren aufs Land, in eine von 3200 darbenden Kooperativen. In Tzungsothwa etwa sind wir einen Tag Gast bei Bauer Kim und seiner Frau Sal. Wir sehen rasch, wie und warum es den Bauern schlecht geht, aber auch, dass das Regime kleine Reformschritte unternimmt.


28’30 und 26 Minuten, Digital Betacam, 16:9 Stereo, © 2003
Deutsche, französische, englische und spanische Sprachfassungen.