| Seine riesigen Sand- und Steinwüsten und bizarren Gebirgszüge,
die legendären Oasen kontrastieren reizvoll zur mediterranen Küste,
die seit der Antike ein Brennpunkt der Geschichte war. Phönizier, Griechen,
Römer, Byzantiner und Türken rangen um das "Tor zu Afrika", von dem
aus bis ins 19 Jh. die wichtigsten Karawanenrouten nach Schwarzafrika
ihren Anfang nahmen. |
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Film 1 beginnt in der Küstenmetropole Tripolis und führt dann immer tiefer in die Sahara, bis in das Land der Tuareg. Film 2 beginnt mitten in der Wüste, führt über die wundersamen "Wanderseen" der Sahara langsam wieder zurück zum Mittelmeer. Die Filme thematisieren Kultur, Geschichte, Landschaften des zu 95% wüstenhaften Landes, vor allem aber den ganz normalen Alltag seiner Menschen. Über sie lernt der Zuschauer Libyen kennen. Dabei geht es etwa ums Ölgeschäft, das Wasserproblem, Mode und Models, die Zeit der Karawanen, die Spuren der Römer, "unterirdische" Oasen, die Frauen in Libyen, den Kulturspagat zwischen islamischer Tradition und modern-sozialistischer Staatsdoktrin. Das "politische Libyen" nehmen die Kulturfilme nicht ausdrücklich, sondern implizit wahr; durch den Alltag der porträtierten Menschen. |
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Ahmed Grera zum Beispiel betreibt am Stadtrand von Tripolis den An- und Verkauf von Kamelen in dritter Generation. In der Roten Hamada lebt Moussa Gadr inzwischen als "Teilzeit"-Nomade, der seine Herde mit dem Tanklaster begleitet und die Tochter morgens zur Schule ins Dorf bringt. In der legendäre Großhändler-Oase Ghadames lebt Ibrahim Hassan, ein Nachfahre alter Karawanenhändler. Heute hat er einen Gemischtwarenladen. Ali Issa vom Volk der Tuareg hat seine Kamele verkauft und tourt heute per Lkw durch die Sahara. Zwar musste er sich wie alle Nomaden in Libyen an einen festen Ort ansiedeln. Doch zu hause hält es ihn nicht lange. So wenig wie den alten Wüstenwanderer Abdul Uwahab, der seit seiner Kindheit in der libyschen Wüste umherstreift. Er kennt viele Geschichten, auch die der Wanderseen von Mandara, die plötzlich verschwinden und woanders neu entstehen. Um Wasser geht es auch an anderer Stelle, fossiles Wasser, das noch aus der Eiszeit stammt und tief unter der Wüste schlummert. Es wird vielerorts angebohrt, um in gigantischen Betonröhren in Küstennähe gepumpt zu werden. Der "Große Künstliche Fluss" ist eines der größtes Bauprojekte der Welt und eine umstrittene Unternehmung. In Tripolis schließlich arbeitet Rabia Ben Barka, eine Modedesignerin, die aus traditionellen Materialien enge Hosen entwirft und im islamisch-sozialistischen Libyen etwas völlig neues eingeführt hat: models auf Laufstegen. |
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