Der Schwarzwald … im Winter und Frühjahr … im Sommer und Herbst

 2 x 45 Minuten und 1 x 90 Minuten in Ko-Produktion mit dem SWR und Arte Buch und Regie: Pia Grzesiak und Rolf Lambert

Der Schwarzwald ist die einzige deutsche Kulturlandschaft, die in allen europäischen Sprachen mit einem unmittelbar "empfundenen" Bild verknüpft ist: Black Forest, Forêt Noire, Foresta Nera, Selva Negra etc. Aber das heutige Landschaftsmosaik aus Wald und Weiden, Streuobstwiesen und Rebhängen ist von Menschen geschaffen. Es entstand, nachdem die einst dunklen und undurchdringlichen Wälder im 18. Jahrhundert nahezu vollständig abgeholzt waren. Wie fragil die Ökologie des Schwarzwalds heute ist, zeigen Lawinenabgänge, Felsstürze, Orkane wie Lothar (1999) oder die regelmäßigen Überschwemmungen in den Flusstälern.

Protagonisten der Dokumentation sind zum einen die Landschaft selbst, die tiefen Wälder, Schluchten, Berge, Gletscherseen und Moore, zum anderen die Menschen, die für die heutigen Themen des Schwarzwaldes stehen: junge Macher, kreative Tüftler, Naturwissenschaftler, Landwirte, Start up-Gründer - allesamt Menschen, deren Ideen und Projekte einen neuen Blick auf den Schwarzwald bieten, die regionale Lösungen für globale Probleme suchen – ob in der Holz- und Landwirtschaft, der Energiegewinnung, dem Tourismus, der Industrie.

Die Filme stellen das Mittelgebirge im Wechsel der Jahreszeiten vor.


FRIEDRICH HÖLDERLIN / DICHTER SEIN. UNBEDINGT!
in Ko-Produktion mit SWR, in Zusammenarbeit mit Arte, 90 und 52 Min. Buch und Regie: Hedwig Schmutte & Rolf Lambert

Am 11.9.1806 wird Friedrich Hölderlin gewaltsam von seinem damaligen Wohnort Bad Homburg abtransportiert und in einer Tübinger Klinik interniert. 231 Tage wird er dort verbringen, examiniert, nach damaligen, drastischen Methoden „therapiert“ (oder vergiftet?) und schließlich als unheilbarer Fall der Familie eines Tübinger Schreiners zur Pflege übergeben. 36 Jahre lebt der Dichter in einem Turmzimmer des Hauses, bis zu seinem Lebensende.
Die Umstände seiner gewaltsamen „Inhaftierung“ geben der Nachwelt bis heute Fragen auf. War Hölderlin ein ausgeflippter Spinner? Ein überirdisches Genie, dessen Leben nur im Wahnsinn enden kann? Oder gar ein politischer Extremist, der seine Krankheit nur spielt? Was sind die biografischen, was die politischen Umstände, unter denen er gelebt hat? Wofür hat er gekämpft? Was hat er riskiert? War sein Ende im Turm unausweichlich?
Hölderlin ist eine Provokation. Das war er vor 200 Jahren, das ist er noch heute. Was er als Poet fordert, ist ein Paradigmenwechsel, eine grundlegende Revolution der Gesinnungen und Vorstellungen, eine Erweitung des politischen Begriffs um den poetischen. Eine neue Definition der Freiheit.

DICHTER SEIN. UNBEDINGT! erzählt – anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin im März 2020 – die Geschichte einer künstlerischen Radikalisierung, eine Geschichte über Extremismus, Sehnsucht und Identität.
Das Werk immer im Blick, vor dem Hintergrund grundlegender historischer Umwälzungen und entlang der zentralen Lebensstationen verfolgt der Film die dramatische Lebensgeschichte eines talentierten, hochgebildeten, sensiblen jungen Mannes, der in seiner Sprache an die äußerste Grenze von Literatur vordringt, der sich eine geistige Freiheit nimmt, die ihn in den Tübinger Turm führt. Alles oder nichts. Das ist Hölderlins Prinzip.